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Seite 4: Gute Praxis Datenlinkage (GPD)

Bibl. Angaben: March, Stefanie; Andrich, Silke; Drepper, Johannes; Horenkamp-Sonntag, Dirk; Icks, Andrea; Ihle, Peter et al. (2019): Gute Praxis Datenlinkage (GPD). In: Gesundheitswesen (Bundesverband der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (Germany)) 81 (8-09), S. 636–650. DOI: 10.1055/a-0962-9933.

Zusammenfassung: Das personenbezogene Verknüpfen verschiedener Datenquellen (Datenlinkage) für Forschungszwecke findet in den letzten Jahren in Deutschland zunehmend Anwendung. Jedoch fehlen hierfür konsentierte methodische Standards. Ziel dieses Beitrags ist es, solche Standards für Forschungsvorhaben zu definieren. Eine weitere Intention ist es, dem Lesenden eine Checkliste zur Bewertung geplanter Forschungsvorhaben und Artikel bereitzustellen. Zu diesem Zweck hat eine aus Mitgliedern verschiedener Fachgesellschaften zusammengesetzte Expertengruppe seit 2016 insgesamt 7 Leitlinien mit 27 konkreten Empfehlungen erstellt. Die Gute Praxis Datenlinkage beinhaltet die folgenden Leitlinien: (1) Forschungsziele, Fragestellung, Datenquellen und Ressourcen, (2) Dateninfrastruktur und Datenfluss, (3) Datenschutz, (4) Ethik, (5) Schlüsselvariablen und Linkageverfahren, (6) Datenprüfung/Qualitätssicherung sowie (7) Langfristige Datennutzung für noch festzulegende Fragestellungen. Jede Leitlinie wird ausführlich diskutiert. Zukünftige Aktualisierungen werden wissenschaftliche und datenschutzrechtliche Entwicklungen berücksichtigen.

Einordnung in den Kontext des Pandemiemanagements: Die dritte gute Praxis für die Sekundärdatenanalyse ergänzt die beiden anderen Guten Praxen um den zunehmend wichtiger werdenden Punkt des Datenlinkages von Primär- und Sekundärdaten. Auch für das Pandemiemanagement bietet sich ein Datenlinkage aus klinischen, Sekundärdaten- und Befragungsdaten an, etwa zum Verlauf einer Covid-19-Erkrankung oder für Analyse von Risikofaktoren oder Patientengruppen.