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Seite 2: Gute Praxis Sekundärdatenanalyse (GPS): Leitlinien und Empfehlungen

Bibl. Angaben: Swart, E.; Gothe, H.; Geyer, S.; Jaunzeme, J.; Maier, B.; Grobe, T. G.; Ihle, P. (2015): Gute Praxis Sekundärdatenanalyse (GPS): Leitlinien und Empfehlungen. In: Gesundheitswesen (Bundesverband der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (Germany)) 77 (2), S. 120–126. DOI: 10.1055/s-0034-1396815.

Zusammenfassung: Die Arbeitsgruppe Erhebung und Nutzung von Sekundärdaten (AGENS) der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP) und der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi) veröffentlichte erstmals 2005 die Gute Praxis Sekundärdatenanalyse (GPS) als Standard für die Auswertung von Sekundärdaten. Die GPS kann als Wegweiser zur Planung, Durchführung und Analyse von Studien dienen sowie als Grundlage für vertragliche Absprachen zwischen Dateneignern genutzt werden. Ihr Wirkkreis umfasst dabei nicht nur Routinedaten der gesetzlichen Krankenversicherung und weiterer Sozialversicherungsträger, sondern auch Daten anderer Dateneigner.

Die 11 Leitlinien reichen u.a. von ethischen Prinzipien und der Studienplanung über Qualitätssicherungsmaßnahmen und Datenaufbereitung bis hin zum Datenschutz, vertraglichen Rahmenbedingungen und der verantwortungsvollen Kommunikation der Analyseergebnisse. Die Leitlinien sind um Erläuterungen und praktische Hilfestellungen in Form von Empfehlungen ergänzt. Die GPS richtet sich an alle Personen, welche sich unter wissenschaftlicher Perspektive und unter Anwendung wissenschaftlicher Methoden mit Sekundärdaten, ihrer Analyse und Interpretation beschäftigen. Dies schließt auch die Dateneigner ein. Des Weiteren ist die GPS geeignet, wissenschaftliche Veröffentlichungen hinsichtlich ihrer Qualität zu beurteilen. Sie kann dabei gleichermaßen von Autoren, Reviewern und Lesern genutzt werden. 2008 wurde die erste Fassung durch die Mitglieder der AGENS, der AG Epidemiologische Methoden der DGEpi, DGSMP und GMDS und unter Einbeziehung weiterer Experten evaluiert und umstrukturiert sowie als Ausführungsbestimmung der Gute Epidemiologische Praxis (GEP) akkreditiert.

Seit nunmehr 2012 liegt die dritte Fassung der GPS vor. Sie ist über www.dgepi.de frei verfügbar. In die aktuelle Revision sind vor allem sprachliche Präzisierungen eingeflossen; die innere Konsistenz wurde erhöht. Inhaltlich neu hinzugekommen sind weitere Empfehlungen zur Leitlinie Datenschutz. Zukünftige Revisionen werden sich entsprechend dem wissenschaftlichen und datenschutzrechtlichen Entwicklungsstand anschließen.

Einordnung in den Kontext des Pandemiemanagements: Es hat sich herausgestellt, dass die GEP für viele maßgebliche Aspekte der Sekundärdatenanalyse nicht hinreichend spezifisch ist. Die GPS ergänzt die GEP und bildet den etablierten methodische Standard für alle Formen von Sekundärdatenanalysen, auch im Kontext der Pandemiebekämpfung.