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AP 6: Qualitäts- und medizinisches Risikomanagement

Die Universitätskliniken müssen auch während einer Pandemie in der Lage sein, eine bestmögliche und sichere Patientenversorgung sowie die Mitarbeitersicherheit aufrecht zu erhalten. Im Projekt wird auf der Basis der verfügbaren Evidenz sowie der Erfahrungen der Universitätsklinika ein Pandemie-bezogenes Qualitäts- und medizinisches Risikomanagement (QmRm) entwickelt und erprobt, das Universitätsklinika während einer Pandemie und in Vorbereitung auf weitere Pandemien kontinuierlich nutzen sollten.

Hintergrund und Problemstellung

Qualitäts- und medizinisches Risikomanagement (QmRm) unterstützen, dass alle Patienten eine optimale und sichere Gesundheitsversorgung erhalten. Hierfür wird die aktuelle Versorgung mit Soll-Werten kontinuierlich abgeglichen und Lösungsvorschläge für eine optimale künftige Versorgung werden abgeleitet, implementiert und evaluiert. Kernelemente des QmRm sind Messgrößen, anhand derer die Notwendigkeit einer Qualitäts- oder Sicherheitsverbesserung bzw. Risikominimierung angezeigt und Verbesserungsmaßnahmen evaluiert werden. Im Kontext der Corona-Pandemie wurde deutlich, dass die Universitätsklinika (UKs) auf verschiedenen Ebenen unterschiedlich auf eine Pandemie vorbereitet waren, in ihren Regionen unterschiedliche Rollen bei der Pandemiebekämpfung eingenommen haben und abhängig vom regionalen Infektionsgeschehen in unterschiedlichem Maße dazu in der Lage waren, die Qualität und Sicherheit der Versorgung aller – auch der nicht Covid-19-Patienten und zugleich die Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten.

Dabei wurde deutlich, dass ein praktikables und vergleichbares QmRm der Universitätsklinika, anhand dessen die Bewältigung der Pandemie und die Vorbereitung auf weitere Pandemien evaluiert werden kann, bisher nicht existiert.

Ziele

Das Arbeitspaket 6 zielt darauf, ein Qualitäts- und medizinischen Risikomanagements (QmRM) für Universitätsklinika zu entwickeln und zu erproben, das während einer Pandemie dabei unterstützt, eine bestmögliche und sichere Patientenversorgung - bei gleichzeitiger Wahrung der Mitarbeiter*­innensicherheit - aufrecht zu erhalten. Zudem soll das QmRM dabei helfen, eine adäquate Vorberei­tung auf weitere Pandemien zu gewährleisten und diese kontinuierlich evaluieren zu können.

Methoden

  1. Sollwerte für optimales Pandemiemanagement in der Akut- und Vorbereitungsphase werden anhand einer Literaturanalyse sowie anhand von Fokusgruppen/Befragungen der QMler der UKs und UK-Covid-Task-Forces sowie weiterer Experten/Organisationen formuliert.
  2. Messgrößen/Parameter für den Soll-/Ist-Wertvergleich werden anhand von Recherchen in Literatur- & Qualitätsindikatoren-Datenbanken sowie mittels Befragungen der UKs zu eingeführten Messgrößen/Parametern (best practice) entwickelt.
  3. Die Messgrößen werden mit Hilfe eines RAND-UCLA modifizierten Delphi-Prozesses (zweistufige Bewertung der Validität und Machbarkeit potenzieller Messgrößen/Parameter) der teilnehmenden UKs konsentiert.
  4. Der Messgrößen-Einsatz wird in vier UKs erprobt, dabei werden die Datenerhebung, Analyse und Rückspiegelung der Daten pilotiert.
  5. Ein Plan und ein Indikatorensatz für eine kontinuierliche Evaluation bzw. ein kontinuierliches QmRm wird formuliert und mit Hilfe eines Delphi-Prozesses konsentiert.

Erwartete Ergebnisse

Am Ende des Entwicklungs- und Konsentierungsprozesses werden Sollwerte für ein optimales, Pandemie-bezogenes Qualitäts- und Risikomanagement von Universitätsklinika definiert sein, Messgrößen/Parameter für den Soll-/Ist-Wertvergleich konsentiert sein und ein Evaluationsplan als wesentlicher Bestandteil des Kontinuitätsmanagement abgestimmt sein.

Kontakt

Max Geraedts, Prof. Dr. med., M. San.
Institut für Versorgungsforschung und Klinische Epidemiologie
Fachbereich Medizin
Philipps-Universität Marburg
Karl-von-Frisch-Straße 4
35043 Marburg
Tel. 06421-28-66243
geraedts@uni-marburg.de