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AP 3.3: App-basiertes telemedizinisches Home-Monitoring (Covid-19@Home)

Im Projekt Covid-19@Home wird durch die Einführung einer digitalen Gesundheitsanwendung (App „SaniQ“, Modul „SaniQ Infekt“) und einer zugehörigen telemedizinischen Behandlungssoftware (SaniQ Praxis) die intersektorale Zusammenarbeit digital unterstützt. Die Smartphone-App SaniQ Infekt ermöglicht Patient*innen und/oder deren Pflegepersonen die strukturierte Erfassung aktueller Beschwerden, Vitalparameter und der pulmonalen Funktion. Eine Anbindung an die behandelnden Haus-/Fachärzt*innen bzw. das universitäre Zentrum wird durch die Kopplung der Smartphone-App mit der zugehörigen Praxissoftware (SaniQ Praxis) ermöglicht. Das Home-Monitoring von Patient*innen und die entstehenden Versorgungs- und Struktureffekte werden evaluiert. Zusätzlich sollen strukturierte Informationen über den gesamten Erkrankungsverlauf - akut, post-akut und im Rahmen der Rehabilitation - gewonnen werden.

Hintergrund und Problemstellung

Das Projekt „Covid-19@Home“ wird von den pneumologischen Abteilungen der drei Universitätskliniken Frankfurt am Main, Marburg und Aachen durchgeführt sowie durch das Institut für Allgemeinmedizin der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Die eingesetzte digitale Gesundheitsanwendung (SaniQ Infekt, Firma Qurasoft) ist ein Medizinprodukt der Klasse I (nach MDD) und stellt eine iterative Weiterentwicklung einer bereits seit mehreren Jahren bestehenden digitalen Gesundheitsanwendung (SaniQ Asthma und Heart) dar. SaniQ Infekt erfüllt hohe Anforderungen an den Datenschutz und die Datensicherheit. Durch die Patienten-App, die telemedizinische Behandlungssoftware und den sicheren Datenaustausch soll die intersektorale Zusammenarbeit digital verbessert werden, wodurch die Kooperation zwischen den niedergelassenen Haus- und Fachärzt*innen, den universitären Zentren und den Patient*innen gefördert wird.

Die Weiterentwicklung ambulanter Behandlungskonzepte von COVID-19 Patient*innen stellt eine zentrale Aufgabe des Pandemiemanagements dar. Die intersektorale Kooperation ist derzeit medizinisch und datentechnisch noch lückenhaft. Daraus resultieren, verglichen mit der umfangreichen Datenbasis der stationären Behandlung, wesentliche Informationsdefizite im ambulanten Sektor. Dem soll durch die Implementierung dieser digitalen Behandlungsplattform entgegengewirkt werden.

Ziele

Das Ziel des Projekts ist es, die telemedizinische Unterstützung von ambulanten Patient*innen zu fördern und Erfahrungen in der App-basierten Telemedizin in Bezug auf Covid-19-Erkrankte zu sammeln und darzustellen, um so einen Beitrag zur Optimierung der ambulanten Patientenversorgung leisten. Weitere Ziele sind eine Evaluation der dadurch beobachteten Versorgungseffekte und die Entwicklung eines transferfähigen Konzepts zur Prozessimplementierung der App-basierten Telemedizin.

Methoden

Für das Projekt wird die Smartphone-App SaniQ Infekt der Firma Qurasoft GmbH mit der zugehörigen telemedizinischen Behandlungssoftware SaniQ Praxis genutzt. Bei beiden Produkten handelt es sich um zugelassene Medizinprodukte, sodass eine direkte Anwendbarkeit innerhalb der Projektlaufzeit gewährleistet ist. Patient*innen, die positiv auf SARS-Cov-2 getestet worden sind und im ambulanten Bereich akut oder postakut/rehabilitativ versorgt werden, kann die Teilnahme an der Studie angeboten werden. Teilnehmende Patient*innen sollen mindestens einmal täglich ihre Vitaldaten messen und in die Smartphone-App eintragen. Die/Der behandelnde Ärzt*in kann in der zugehörigen Software SaniQ Praxis die eigegebenen Daten einsehen. Ein Monitoring erfolgt bei unkompliziertem Krankheitsverlauf bis zu 12 Wochen, soll jedoch bei bestehenden Einschränkungen oder diagnostizierten Folgeerkrankungen fortgesetzt werden. Es können bis zu 500 Patient*innen an der Studie teilnehmen. Geplante sogenannte Outreach-Teams werden an den drei Projektstandorten (Frankfurt am Main, Marburg, Aachen) koordinierend agieren und in den zeitkritischen Phasen der Erkrankungswellen die Etablierung der App-basierten Telemedizin lokal unterstützen. Eine Evaluation erfolgt in Bezug auf die Verbesserung des Behandlungsmanagements sowie krankheitsbezogene Daten wie zum Beispiel die objektivierbaren Messparameter der Lungenfunktion.

Erwartete Ergebnisse

Durch „Covid-19@Home“ wird eine Verbesserung des ambulanten Behandlungsmanagements erwartet. Als Projektergebnis wird ein funktionstüchtiges telemedizinisches Netzwerk zum Home-Monitoring von Patient*innen angestrebt. Ergänzend hierzu sollen funktionstüchtige Outreach-Teams an den drei Projektstandorten (Frankfurt am Main, Marburg, Aachen) bestehen. Aufbauend auf diesen Ergebnissen wird ein Evaluationsbericht des medizinischen Nutzens und der Versorgungs- und Strukturveränderungen durch das Home-Monitoring erstellt, sowie ein Konzeptpapier zu einer möglichen Datenintegration des Home-Monitorings und SOP-Behandlungsstandards an den drei intersektoralen Standorten.

Kontakt

Prof. Dr. med. Gernot Rohde
Medizinische Klinik 1, Schwerpunkt Pneumologie und Allergologie
Universitätsklinikum Frankfurt
Theodor-Stern-Kai 7
60590 Frankfurt am Main
E-Mail: anja.gabriel@kgu.de

Dr. med. Beate Müller
Institut für Allgemeinmedizin der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Universitätsklinikum Frankfurt
Theodor-Stern-Kai 7
60590 Frankfurt am Main
E-Mail: b.mueller@allgemeinmedizin.uni-frankfurt.de