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AP 1.1: Regional vernetztes stationäres Pandemiemanagement

Im Verlauf der Pandemie vor allem während der ersten Welle im Frühjahr haben Universitätsklinika eine federführende Rolle in der Koordination der Maßnahmen zur Sicherstellung der Versorgung sowohl vom COVID-19 betroffener als auch der regulären chronisch kranken und/oder ambulanten Patient*innen eingenommen.

Die zur Bewältigung der Herausforderungen an den stationären Sektor getroffenen Maßnahmen des Pandemiemanagements ebenso wie die im Zuge dessen gebildeten oder ausgebauten Netzwerkstrukturen sollen im AP 1.1 strukturiert anhand eines Mixed-Methods Ansatzes erhoben und im Sinne von Best Practices zu einem bundesweiten stationären Pandemiemanagementkonzept zusammengeführt werden.

Hierbei agieren die Universitätsklinika von Dresden und Frankfurt federführend.

Hintergrund und Problemstellung

Der stationären Versorgung kommt im Pandemiemanagement eine besondere Aufgabe zu: Einerseits müssen in Kliniken ausreichend (Intensiv) -kapazitäten vorgehalten werden, um bei Auftreten von Hotspots eine angemessene Versorgungskapazität bereitzustellen. Andererseits sollte die medizinische Regelversorgung für alle nicht von COVID-19 betroffenen Patient*innen möglichst unbeeinträchtigt bleiben. Gemäß des Rahmenkonzepts der Value-based Healthcare sollte die stationäre Versorgung regional abgestimmt in einem Netzwerk von Krankenhäusern der Maximal- und Grundversorgung geleistet werden.

Aufgrund der föderalistischen Struktur und unterschiedlicher regionaler Gegebenheiten, etwa hinsichtlich der Bevölkerungsdichte und –struktur oder den Inzidenzen von COVID-19 sind an allen Universitätsklinika in Deutschland jedoch unterschiedliche Maßnahmen zur Bewältigung der Pandemie implementiert worden. Genauso unterscheiden sich die jeweils gebildeten Netzwerke, Datenströme und der Austausch mit politischen Akteur*innen.

Ziele

  1. Identifikation von Best-Practice Beispielen für regional vernetztes stationäres Versorgungsmanagement in Pandemiesituationen
  2. Konsentierung eines einheitlichen, evidenzgeleiteten Kriterienkatalogs für ein regional vernetztes stationäres Versorgungsmanagement unter Koordination eines Universitätsklinikums
  3. Erarbeitung von Implementierungsstrategien für regional angepasste prototypische stationäre Versorgungsstrukturen und -prozessen gemeinsam mit anderen interessierten UKs

Methoden

Das Arbeitspaket bedient sich eines Mixed Methods Designs zu Erreichung der Ziele. In einem ersten Schritt werden in einer halbstandardisierten Befragung der medizinischen Vorstände bzw. ärztlichen Direktor*innen aller im Verband der Deutschen Universitätsklinika (VUD) gelisteten Klinika existierende regional vernetzte stationäre Versorgungsmanagementstrukturen für COVID-19 unter Beteiligung der Universitätsmedizin abgefragt. Gleichzeitig wird nach Ansprechpartner*inne für einzelne spezialisierte Themenbereiche gesucht, etwa für Koordination und Vernetzung, Krisenmanagement und für Datennutzung und -austausch. Mit diesen Personen werden im Anschluss kurze, leitfadengestützte Einzelinterviews geführt.

In einem oder mehreren Priorisierungsworkshops mit Vertreter*innen interessierter Universitätsklinika und externen Expert*innen, etwa aus ÖGD, Versorgungsforschung oder Patient*innenvertretung wird anschließend ein Gesamtkonzept für das regionale stationäre Pandemiemanagement erarbeitet, indem die Ergebnisse aus der oben beschriebenen Bestandsanalyse priorisiert und zusammengeführt werden.

Erwartete Ergebnisse

Auf Basis einer Liste existierender regional vernetzter stationärer Versorgungsmanagementstrukturen wird ein konsentierter Kriterienkatalog mit Erfolgsfaktoren für regional vernetztes stationäres Pandemiemanagement erarbeitet und priorisiert. Somit soll am Ende der Projektlaufzeit ein holistisches Gesamtkonzept für das Pandemiemanagement im stationären Bereich stehen, welches regionale Gegebenheiten berücksichtigt und außerdem anschlussfähig ist an die Pandemiemanagementkonzepte des ambulanten Sektors.

Kontakt

Prof. Dr. med. Jochen Schmitt, MPH
Zentrum für evidenzbasierte Gesundheitsversorgung (ZEGV)
Professur für Sozialmedizin und Versorgungsforschung
Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden
Fetscherstraße 74, 01307 Dresden
Tel.: +49 351 458-6495; Fax: +49 351 458-7238
Jochen.Schmitt@uniklinikum-dresden.de