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AP 0: Daten für die Pandemiesteuerung

Übergeordnetes Ziel des Arbeitspaketes ist die rasche Verfügbarmachung relevanter Test-, Verlaufs- und Outcomedaten zum (regionalen) Pandemiegeschehen aus komplementären Quellen insbesondere für die kurzfristige Steuerung der stationären Versorgung und sich daraus ergebender Eingriffe in das öffentliche Leben.

Dazu werden Datenressourcen und Anforderungen an die Daten für das kurz- und mittelfristige Pandemiemanagement identifiziert. Darauf aufbauend erfolgt exemplarisch für die anderen APs die datenschutzkonforme Verfügbarmachung relevanter Daten und ggf. Verknüpfung und Aufbereitung je nach Zielsetzung des jeweiligen APs. Insbesondere die Heterogenität in Form und Aussagekraft der Daten ebenso wie der einzelnen Regionen steht dabei im Vordergrund.

Hintergrund und Problemstellung

Mit der vorgesehenen Nutzung dieser Daten für das (regionale) Pandemiemanagement wird jedoch gesundheitspolitisches und wissenschaftliches Neuland betreten. Dies betrifft weniger die Nutzung als solche, sondern vielmehr die schnellstmöglich Verfügbarmachung und damit die Unterstützung der regional handelnden Institutionen. Diese bislang vorwiegend für andere Verwendungszwecke vorgesehenen Daten (z.B. praxis- und klinikinternes Patienten- und Fallmanagement, Abrechnung) bedürfen für den neuen Zweck des Pandemiemanagements einer gegenüber den bisherigen, gesetzlich vorgeschriebenen Datenaufbereitungen und -übermittlungen neuer Formen der möglichst zeitnahen Datenbereitstellung und regionalen Verfügbarmachung. Diese neuen Prozesse und Strukturen müssen mit den Dateneigner und den Institutionen des Pandemiemanagements entwickelt, beschrieben und exemplarisch umgesetzt werden.

Bei den relevanten Daten handelt es sich um Sekundärdaten, die ursprünglich weder für das Pandemiemanagement noch für die Evidenzgenerierung erhoben wurden, sondern primär Abrechnungs-, Dokumentations- oder Surveillance-Zwecken dienen. Sie müssen daher im Hinblick auf eine adäquate wissenschaftliche Nutzung analysiert werden. Gleichzeitig müssen Datenschutz- und Linkage-Konzepte entwickelt werden, um die Daten nutzbar machen zu können.

Ziele

  1. Sammlung von Good Practices in der wissenschaftlichen Verwendung von Routinedaten
  2. Konzeption einer Bedarfsmatrix für die Nutzung von Routinedaten je AP
  3. Erarbeitung prototypischer Datenschutz- und –linkagekonzepte

Methoden

Im Rahmen eines semistandardisierten Fragebogens werden die Fragestellungen und Datenbedarfe seitens der beteiligten Arbeitspakte erfragt (Bedarfsanalyse). Parallel dazu wird von der Projektgruppe des AP 0 eine Matrix bestehender Datenquellen erstellt, die Informationen über deren Umfang, Granularität, Aussagegehalt aber auch Schwächen enthält (Bestandsanalyse). Beide Ergebnisse werden sodann kontrastiert, um nicht einfüllte Datenbedarfe im Rahmen des Pandemiemanagements zu identifizieren.

Ein Scoping Review im Verbund mit AP 5.1 soll Auskunft über die internationale Nutzung von Routinedaten für das Pandemiemanagement geben, etwa über Methoden der Datenlinkage und erzielte Ergebnisse.

Zusätzlich sammelt das AP 0 Informationen zu Anforderungen an den Datenschutz bei der Nutzung von Routinedaten für das Pandemiemanagement.

Erwartete Ergebnisse

  • Bestandsanalyse: Potentiale verschiedener verfügbarer Datenquellen zur Evidenzgenerierung für das Pandemiemanagement
  • Bedarfsanalyse: Fragestellungen, die mithilfe von Routinedaten zu beantworten sind und die damit einhergehenden Anforderungen an die Datengüte
  • Forschungsstand: Erkenntnisse aus der internationale Forschung zur Nutzung von Routinedaten für das Pandemiemanagement
  • Datenschutz: Analyse bestehender Datenschutzkonzepte und deren Anpassbarkeit für die besonderen Anforderungen des Pandemiemanagements

Kontakt

Peter Ihle

PMV forschungsgruppe

Universitaetsklinikum Koeln

Herderstrasse 52

50931 Koeln

Peter.Ihle@uk-koeln.de

 

Prof. Dr. med. Jochen Schmitt, MPH

Zentrum für evidenzbasierte Gesundheitsversorgung (ZEGV)

Professur für Sozialmedizin und Versorgungsforschung

Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden

Fetscherstraße 74, 01307 Dresden

Jochen.Schmitt@uniklinikum-dresden.de